Dracula: Die Söhne des Drachen (1/2)
Shownotes
Hinweis: Diese Folge enthält explizite Schilderungen von Gewalt und Kriegsverbrechen. Quellen: Radu Florescu & Raymond T. McNally, „Dracula, Prince of Many Faces“ und „In Search of Dracula“. Gesprochen von David Nathan und Kristin Suckow. Buch: Janis Gebhardt Gute Geschichten ist eine Produktion von Studio Jot in Zusammenarbeit mit Podimo.
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00:00:01: JOT!
00:00:04: Ein Hinweis vorab!
00:00:06: Diese Folge enthält explizite Schilderungen von Gewalt und Kriegsverbrechen, die belastend sein können... ...die Sitz des Fürsten der Wallachai.
00:00:37: Die Wallachie ist ein kleines Fürstentum im heutigen Rumänien mitten zwischen zwei Großmächten gelegen.
00:00:44: Im Nordwesten das christliche Königreich Ungang, im Südosten das muslimische Osmanische Reich.
00:00:55: Im Morgengrauen galoppiert eine Gruppe Reiter.
00:00:59: Sie folgen einem Pfad tief im Landesinneren der von dichten alten Eichen gesäumt ist.
00:01:06: Es sind die Nachzügler der osmanischen Truppen.
00:01:09: sie sind gekommen um ein zurückweichendes Heer ihrer Landsmänner abzusichern.
00:01:15: Keine gefährliche Mission, ein ganz normaler Ausritt.
00:01:19: Zwei Reiter führen den Trupp an.
00:01:24: Wenn wir Glück haben sind wir vor der Mittagsitze zurück im Lager.
00:01:30: Das wäre gut!
00:01:32: Was ist das für einen Geruch?
00:01:35: Nur Sumpf ... Wir sind dann der Donau.
00:01:38: Ah, das ist kein Sumpfsgeruch.
00:01:42: Boah!
00:01:43: Das ist süßlich und schwer.
00:01:45: Kein Sumpff riecht so süß.
00:01:49: Vielleicht ein totes Rind?
00:01:53: Das hier riecht anders als derge nicht ein totest Tier vor uns, sondern hundert.
00:02:01: Am Waldrand öffnet sich der Blick auf eine andere.
00:02:06: Dutzende Vögel kreisen am Himmel wie Pferde werden unruhig und erstrecken sich so weit das Auge reicht.
00:02:28: tausende Holzpfähle aufgestellt in einem gigantischen Halbkreis Auf jedem Einzelnen einen aufgespießter Leichnam.
00:02:38: Manche sind nur noch verwitterte Gerippe, ausgebleicht von Sonne und Wind.
00:02:44: Andere noch so frisch, dass ihre Schatten im Morgenlicht scharf auf das Gras fallen.
00:02:50: Vereinzelt sitzen Arsvögel, so voll gefressen, dass sie sich nicht einmal erheben als die Reiter näherkommen.
00:03:01: Das sind unsere Männer!
00:03:04: Seht?
00:03:04: Das Banner der dritten Kompanie.
00:03:07: Da sind die Jungs vom Grenzposten.
00:03:10: Welcher Mensch tut so etwas ... Ein dritter Reiter schließt auf, ein erfahrener Offizier mit schillernder Rüstung.
00:03:24: Er schweigt lange, sein Blick wandert über das Feld der Gepfelten.
00:03:30: Das war Wlad.
00:03:32: Wer?
00:03:34: Der Fürst der Wallachai?
00:03:36: Hier nennen sie ihn Wlad den Pfäler Und der Sultran.
00:03:41: weiß er davon!
00:03:44: Das soll wohl eine Nachricht für ihn sein.
00:03:47: Er wird es bald mit eigenen Augen sehen.
00:03:52: Den Anblick auf der Anhöhe wird keiner der Männer jemals vergessen.
00:03:57: Noch Generationen später wird man über den Wallachischen Fürsten und seine Taten sprechen, denn im fünften Jahrhundert versetzt die Grausamkeit dieses einzigen Mannes den ganzen Kontinent in Angst und Schrecken.
00:04:12: Sein ganzer Name flarrt der Dritte Dracula – Fürst der Wallachei genannt.
00:04:20: Dracula.
00:04:31: Ich bin David Nathan und das ist Gute Geschichten von Studio J. Heute ist fast jedem Kind der Name Dracula ein Begriff.
00:05:07: Spätestens zu Halloween wird er jedes Jahr aufs Neue zum Symbol für das ultimative Böse, furchteinflößend blutrünstig niemals endgültig zu besiegen.
00:05:20: eine Figur die im Dunkeln lauert und bei Tageslicht verschwindet.
00:05:26: Doch hinter dieser Kunstfigur steckt ein Mann, der vor über fünfhundert Jahren tatsächlich gelebt hat.
00:05:33: Ein Fürst, dessen reales Leben so absurd und blutig war, dass die späteren Legenden dagegen beinahe harmlos wirken!
00:05:42: Wann wird aus einem Herrscher ein Monster?
00:05:46: Wenn er Grenzen überschreitet oder wenn seine Feinde die Geschichte über ihn schreiben?
00:05:53: Seine Geschichte beginnt nicht als gefürchteter Tyrannen.
00:05:57: Sie beginnt mit einem Jungen, der von seinem eigenen Vater verraten und zurückgelassen wurde.
00:06:04: Das ist die erste von zwei Folgen über den wahren Dracula – Die Söhne des Drachen, Brüya-Hundertehnhundertzweiundvierzig vor den Toren von Gallipoli.
00:06:29: Einer Stadt auf einer Halbinsel ganz im Westen der heutigen Türkei.
00:06:36: Fürst Vlad II.
00:06:37: von der Wallachai reitet auf die Festung zu An seiner Seite zwei seiner jüngsten Söhne.
00:06:45: Der siebenjährige Rado und der elfjährige Vlad, der den Namen seines Vaters trägt.
00:06:52: Der Fürst dreht sich zu seinem Sohn Vlad um.
00:06:56: Seht ihr?
00:06:57: Wir kommen als geladene Gäste!
00:06:59: Keine Soldaten nur eine Handvoll Wachen zur Begrüßung.
00:07:04: Der Sultan meint es ehrlich mit uns – er hält sein Wort.
00:07:08: Solange wir ihm keinen Grund geben uns zum Misstrauen tut er es auch nicht.
00:07:13: Und wenn ihm doch jemand einen Grund gegeben hat?
00:07:17: Deshalb bin ich mit euch hier, um genau das persönlich zu klären!
00:07:22: Warum mussten wir mitkommen?
00:07:25: Damit der Sultan sieht dass ich nichts zu verbergen habe.
00:07:28: ein Mann der seine Söhne mitbringt plant keinen Verrat.
00:07:33: Warum gerade wir
00:07:34: zwei?!
00:07:35: Warum ist Mircha nicht mitgekommen?
00:07:38: Weil Mircha der älteste von euch ist.
00:07:41: Er regiert zu Hause und kümmert sich um alle Anliegen.
00:07:46: Macht ihr keine Sorgen, wir sind in ein paar Tagen zurück!
00:07:57: Sultan Murad II hat Fürst Vlad II zu sich gebeten, um offene Zweifel an seiner Treue und Gefolgschaft auszuräumen.
00:08:07: Der Fürst von Belgrad ebenfalls vorgeladen ist der Einladung nicht gefolgt.
00:08:13: Er misstraut der osmanischen Gastfreundschaft.
00:08:19: Die Lage zwischen Christen und Osman auf dem gesamten europäischen Kontinent ist angespannt.
00:08:25: Fürst Vlad II kennt diese Sorge nur zu gut, und reitet trotzdem zum Sultan.
00:08:35: Halt!
00:08:35: Absitzen alle!
00:08:37: Ein osmanischer Soldat stellt sich der Gruppe in den Weg.
00:08:42: Was soll das?
00:08:43: Ich bin hier auf Einladung des Sultans.
00:08:46: Der Sultan lässt euch festnehmen mit den Waffen.
00:08:49: Vater, ich habe sein Wort.
00:08:52: Freies Geleit!
00:08:53: Das hat der Sultan... Sein Wort gilt so lange es ihm nutzt.
00:08:57: Heute nützt es ihn nicht mehr.
00:09:01: Hört auf mich.
00:09:02: was auch passiert Ich hole euch zurück das verspreche ich euch.
00:09:09: bringt die Jungen nach Ehriges.
00:09:12: Wo liegt das?
00:09:14: Tief in den Bergen.
00:09:23: Innerhalb weniger Sekunden ist aus einer diplomatischen Visite eine Geiselnahme geworden.
00:09:30: Man trennt die Brüder von ihrem Vater, noch bevor die beiden Jungen begreifen wie ihnen geschieht.
00:09:37: Tage lang werden die beiden Söhne ins Landesinnere verschleppt – tief nach Anatolien in eine Bergfestung deren Namen sie noch nie gehört haben.
00:09:48: Radu blickt seinen älteren Bruder Vlad an.
00:10:07: Rado beginnt zu weinen.
00:10:10: Blatt schweigt, er starrt auf den Weg vor sich bis die düsteren Mauern der Festung Erligus in den Bergen auftauchen.
00:10:28: Im fünften Jahrhundert ist der europäische Kontinent Schauplatz eines gigantischen Machtkampfes zwischen zwei Welten dem christlichen Europa und im islamischen Orient.
00:10:40: Im Zentrum dieses Ringens steht das einst mächtige byzantinische Reich Doch um fourteenhundertvierzig ist es auf kaum mehr als eine einzige Stadt zusammengeschrumpft.
00:10:51: Konstantinopol, das heutige Istanbul Die einst uneinnehmbare Metropole ist bereits vollständig von Osmanischem Gebiet umzängelt.
00:11:04: Das osmanische Reich is die aufsteigende Großmacht der Epoche Straforganisiert militärisch hochüberlegen und angetrieben von der religiösen Pflicht den Islam nach Westen auszubreiten.
00:11:19: Der christliche Gegenpol hingegen ist tief gespalten, im Westen das katholische Europa unter dem Papst in Rom und dem mächtigen Königreich Ungarn, im Osten die orthodoxen Reiche.
00:11:33: der Schauplatz an dem diese Welten aufeinanderprallen isst der heutige Balkan eine Pulverfassregion geprägt von wechselnden Allianzen.
00:11:45: Die Wallachai, ein kleines Fürstentum an der Donau.
00:11:49: Um zu überleben muss die Wallachei beiden Großmächten gleichzeitig dienen.
00:11:54: Ein diplomatischer Drahtseilakt, der kaum einem Herrscher länger als ein paar Jahre gelingt.
00:12:05: Der Mann dessen Söhne gerade in die Hände des Sultans gefallen sind heißt Vlad II.
00:12:13: Seit einigen Jahren trägt er den Beinamen Dracul, der Drache.
00:12:19: Vlad ist Mitglied im Drachen-Orden, einem elitären Ritterbund der geschworen hat das christliche Europa gegen den Islam zu verteidigen.
00:12:28: Und ausgerechnet dieser Drachenritter muss nun zwei seiner drei Söhne seinem muslimischen Lehnsherren überlassen.
00:12:37: Fast ein Jahr lang sitzt der Vater, first Vlad II in Osmanischer Haft zunächst in Galipoli dann im nahen Adrianopel.
00:12:47: Erst gegen einen Schwur auf Bibel und Koran.
00:12:50: zugleich, nie wieder gegen den Sultan zu kämpfen kommt er frei.
00:12:56: Der Preis?
00:12:57: Tribut!
00:12:58: In Form von Fünfhundert Knaben für die Janicharen-Ausbildung – Die Leibwache des Sultans, die aus zwangsrekrutierten Jungen Christen besteht Und seine beiden jüngsten Söhne bleiben wo sie sind.
00:13:12: Fürsten Söhne als eine Art Pfand auf die Treue zu geben, ist im fünften Jahrhundert gängige Diplomatie.
00:13:19: Eine Art Kreditaufvertrauen bezahlt mit dem Leben von Kindern.
00:13:26: Für den elfjährigen Wlad und seinen jüngeren Bruder Rado beginnt am Osmanischen Hof nun ein neues Leben in goldenen Ketten – Ein Leben das die beiden Brüder auf völlig unterschiedliche Weise prägen wird.
00:13:58: am Hof des Sultans im Westen der heutigen Türkei.
00:14:03: Adi Shahim Joghya Shah, adi Shahin Jogha Shah!
00:14:10: Noch einmal – und diesmal richtig, Vlad!
00:14:13: Adi Shainjoghja Shah!
00:14:17: Radu trifft den Takt perfekt.
00:14:20: Vlad einen Wimperschlag zu spät.
00:14:22: Jedes Mal.
00:14:24: Absichtlich.
00:14:25: Ach... ja ... genug für heute….
00:14:31: Drei Jahre leben die walachischen Fürstensöhne bereits am Hof des Sultans.
00:14:36: Drei Jahr voller türkisch Unterricht, Reitübungen und höfischer Etikette.
00:14:43: Die Brüder packen zusammen und verlassen den Raum.
00:14:50: Sie gehen auf den großen Hof des Palastes Stein, Arkadengänge, orientalische Gärten Und überall Jungen in ihrem Alter Fürstensehne aus Serbien, Bulgarien und Albanien Kinder von Herrschern, die dem Sultan Gefolgschaft schulden.
00:15:09: Dadu inzwischen Zehn fügt sich spürbar ein.
00:15:13: Der vier Jahre ältere Vlad verweigert sich mit jeder Faser.
00:15:18: Die beiden gehen über den Hof.
00:15:21: Ach was soll das überhaupt heißen?
00:15:23: Padishah im Jogjajaja!
00:15:26: Es heißt mein Padishaa lebe lange.
00:15:30: Und warum soll der Sultan lang leben?
00:15:33: Nur wegen ihm sind wir überhaupt hier.
00:15:35: Du könntest es dir leichter machen, weißt du?
00:15:38: Für das Leben hier musst du lernen wie man lächelt.
00:15:40: Auch wenn man's eigentlich nicht so meint ich hab's gelernt und es funktioniert.
00:15:46: Ich soll also ein Heuchler werden?
00:15:48: So wie du!
00:15:49: Ich will nur dass du lernst wie man überlebt.
00:15:52: Ich überlebe auch.
00:15:54: Du überlebst wie ein Tier in einer Falle.
00:15:57: Ich Überlebe wie ein Gast.
00:16:00: Und was bist du in fünf Jahren immer noch Gast... Keine Ahnung Aber wenigstens bin ich dann noch da, um es rauszufinden.
00:16:08: Wenn du so weitermost... Vor nur zwei Jahren bist du noch mit dem Schwert auf einen Mann losgegangen der dich nur falsch angesehen hat!
00:16:15: Was ist aus dir geworden?
00:16:18: Ich war acht.
00:16:19: Du hast nicht gewährt.
00:16:22: Es hat sich nichts geändert.
00:16:23: jetzt lächle ich einfach weil es einfacher ist als hier ein Schwert zu schwingen.
00:16:29: Du kämpfst also nicht mehr.
00:16:32: Ich habe aufgehört so zu kämpfen dass man es sofort sieht.
00:16:37: Rado sieht seinen Bruder an, sagt aber nichts mehr.
00:16:41: Er hat gelernt sich anzupassen nachdem er erst einmal verloren hat.
00:16:46: Vlad zieht aus derselben Situation die entgegengesetzte Lehre – niemals aufhören!
00:16:52: Immer weiter kämpfen!
00:17:00: Während sich die Brüder am Hof des Sultans auf unterschiedliche Weise einrichten beruhigt sich die Lage zwischen Christen und Osman.
00:17:08: Im August vierzehnhundertvierundvierzig beschwören beide Seiten den Frieden von Saget.
00:17:14: Er soll zehn Jahre halten!
00:17:17: Für First Vlad II ist das eine Erleichterung, er muss nun nicht mehr selbst an dem Hof des Sultans reisen um dort seine Unterwerfungen zu erneuern.
00:17:27: Er zahlt zwar weiter Tribut, Geld und immer wieder auch Knaben für das Heer des Sultanens aber der Druck lässt etwas nach.
00:17:37: Doch der Frieden hält nicht lange Denn einer will ihn nicht.
00:17:41: Johannes Hunyodi, der mächtigste Felther Ungarns, der sein Leben dem Kampf gegen die Osmanen verschrieben hat.
00:17:49: Unterstützt von einem Gesandten des Papstes aus Rom ruft er weiter zum Kreuzzug gegen die Osmane auf.
00:17:57: Sie liefern ein Argument das die Könige von Ungarn und Polen überzeugt Ein Eid gegenüber Ungläubigen bindet nicht vor Gott.
00:18:07: Fürst wlacht der zweite Gerät in ein Dilemma.
00:18:11: Kämpft er mit, riskiert er das Leben seiner beiden Söhne am Hof des Sultans.
00:18:15: Weigert er sich macht er sich den Feldherrn Johannes Hunyadi zum Feind und Hunyaddi entscheidet inzwischen mit wer in der Wallachai auf dem Thron sitzt.
00:18:26: Er selbst reitet nicht mit schickt aber Truppen.
00:18:30: Sein ältester Sohn Mircha, der als Einzige bei ihm in der Heimat bleiben durfte führt sie an.
00:18:39: Im November, vierzehnhundertvierundvierzig treffen die Fronten bei Varna aufeinander.
00:18:45: Eine Hafenstadt am Schwarzen Meer im heutigen Bulgarien.
00:18:49: Für die Christen wird es eine der schwersten Niederlagen des Jahrhunderts.
00:18:54: Zehntausende sterben darunter auch die beiden Könige von Polen und Ungarn Feldherr Hunjudi und Wladts Sohn Mircha entkommen nur knapp.
00:19:04: Der Kreuzzug ist damit endgültig gescheitert Aber Fürst Vlad II.
00:19:11: muss sich beim Sultan erklären!
00:19:14: Der Sultan lässt Vlad und Rado weiterleben, aber aus dem Fürstlichen Pfand sind mittlerweile Geiseln in ständiger Todesangst geworden an denen man jederzeit ein Exempel statuieren könnte sollte ihr Vater es noch einmal wagen sich zu widersetzen.
00:19:33: Auf der anderen Seite in Ungarn steigt der Feldherr Johannes Hunyodi trotz der verlorenen Schlacht weiter auf Und er will jetzt in der Wallachai einen Fürsten auf den Verlass ist.
00:19:54: Fürst Vlad II.
00:19:56: ist ihm durch seine Söhne beim Sultan zu erpressbar, also positioniert Hunyodi einen Rivalen für den wallachischen Thron namens Vladislav, der ihm bedingungslose Gefolgschaft verspricht.
00:20:11: Damit verliert Fürst Wlad der Zweite seinen letzten Unterstützer.
00:20:16: Das merken auch die Bujaren, sie sind der Hochadel der Wallachai.
00:20:21: ein paar Dutzend Familien.
00:20:23: Ihnen gehört das meiste Land.
00:20:25: Sie stellen die Reiter für das Heer und sie treiben die Abgaben für Tribute ein.
00:20:31: Wer Fürst werden will braucht ihre Gunst Und wer sie verliert bleibt nicht lange November Vor den Toren von Thulkoviste, der Residenzstadt des Fürsten der Valachai.
00:20:54: Vor deren Toren fünfzehn Jahre später ein Wald aus Pfälen stehen wird.
00:20:59: Kein Prunkschloss sondern eine düstere Steinburg umgeben von Holzpalisaden und Erdwellen.
00:21:07: Der Fürstenhof liegt an diesem Morgen unter einem tief hängenden fast winterlichen Himmel.
00:21:13: Der erste Frost hat die Wege vor den Toren hart werden lassen.
00:21:20: Heute haben sich hier bewaffnete Männer versammelt.
00:21:25: Seit der Niederlage bei Varna drei Jahre zuvor ist die Wachmannschaft des Fürsten Vlad II auf einen Bruchteil zusammengeschrumpft.
00:21:35: Sein ältester Sohn Mircha eilt zu ihm, um ihn zu berichten.
00:21:40: Vater!
00:21:41: Die Bojaren stehen vor dem Tor.
00:21:44: Was wollen sie?
00:21:45: Sie sind jedenfalls nicht gekommen, um zu reden Und wie viele sind es?
00:21:50: Genug, um das Tor einzuschlagen wenn wir's nicht öffnen.
00:21:55: Der Anführer der Bojaren tritt vor das Tor in Rüstung, aber ohne erhobene Waffen.
00:22:02: Ihr habt zu lange auf beiden Seiten gestanden, First!
00:22:05: Erst schickt ihr eure Truppen gegen den Sultan während zwei eurer Söhne in Geiselhaft sitzen Dann zahlt ihr weiter Tribut an genau die Macht, die ihr gerade bekriegt habt.
00:22:16: Selbst eure eigenen Kinder wissen nicht mehr, wessen Vater ihr seid.
00:22:21: Ich habe getan was nötig war um die Wallachai am Leben zu erhalten.
00:22:25: Zwischen zwei Müllsteinen zerreibt sich niemand freiwillig.
00:22:29: Aber wir zahlen euren Preis!
00:22:32: Unsere Höfe werden doppelt besteuert, einmal für den Tribut an den Sultan, einmal die Reiter, die ihr nach Ungarn schickt.
00:22:39: Wenn der Sultan von eurem Verrat bei Warner erfährt sind es unsere Dörfer an der Grenze, die brennen nicht dieser Palast hier.
00:22:48: Also verkauft ihr mich jetzt an den meistbietenden?
00:22:51: Wir verkaufen niemanden.
00:22:53: Wir wählen nur den Fürsten, der uns nicht zwischen zwei Feuer stellt.
00:22:58: Ihr vergesst wem ihr dieses Land verdankt?
00:23:02: Wir erinnern uns.
00:23:03: genau deshalb sind wir hier!
00:23:08: Wir haben nicht genug Männer.
00:23:11: dann verhandeln wir.
00:23:13: Es gibt nichts mehr zu verhandelen.
00:23:17: Eure Herrschaft ist vorbei Das Tor bricht Der Fürstenhof wird überrannt.
00:23:33: Fürst Vlad Drakul gelingt im Chaos die Flucht Doch in den Sümpfen von Balteni holen ihn Honyadis Häscher ein.
00:23:41: Sie schlagen ihm den Kopf ab.
00:23:44: Seinen ältesten Sohn Mircha trifft ein noch grausameres Schicksal, die Bojaren nehmen ihn gefangen.
00:23:51: Sie brennen ihm mit glühenden Eisen die Augen aus und vergraben ihn bei lebendigem Leib.
00:24:01: Als das Gerücht über den blutigen Sturz Wochen später den Hof des Sultans erreicht sind Vater und der ältere Bruder längst unter der Erde.
00:24:10: Der sechzehnjährige Vlad ist jetzt kein Fürstensohn mehr, er is der Erbe einer ausgelöschten Dynastie.
00:24:19: Und in seinem Kopf brennt von diesem Tag an.
00:24:22: nur noch ein einziger Gedanke!
00:24:53: Aus den verängstigten Kindern von damals sind junge Männer geworden, die kaum noch bewacht werden.
00:25:00: Sie haben ohnehin keinen Ort mehr an denen sie zurück könnten nach dem Sturz ihres Vaters Fürst Vlad II.
00:25:09: An diesem Morgen lässt ein hoher Vertreter des Sultans die beiden zu sich rufen.
00:25:26: Im vergangenen November vor elf Monaten.
00:25:31: Es gab bis heute keinen Grund es euch mitzuteilen, euer Vater wurde auf der Flucht in den Sümpfen enthauptet und euren Bruder Mircha.
00:25:40: nun man erzählt sich die Bojaren hätten ihn geblendet und lebendig vergraben.
00:25:46: Wer erzählt das?
00:25:48: Jeder in Turgoviste.
00:25:52: aber ich habe euch gerufen um euch noch etwas Wichtigeres mit zu teilen.
00:25:56: Die Truppen des Sultans haben das Ungarische her bei Kosovo vernichtend geschlagen.
00:26:02: Die ungarische Hand über der Wallachai ist gebrochen, Der Thron ist wieder frei!
00:26:09: Und der Sultan sucht einen Stadthalter?
00:26:13: Der Sultan schickt dich!
00:26:15: Eine osmanische Kavalerie steht bereit.
00:26:17: Du wirst nach Todegowisch der Reiten und den Thron deines Vaters einnehmen Als Vasal des Reiches.
00:26:24: Wann reite ich?
00:26:26: Morgen bei Tagesanbruch.
00:26:28: Aber bevor du gehst, sag es!
00:26:31: Damit ich weiß dass Du Dich erinnerst wem Du diesen Thron verdankt war der Shahim Chokyaja.
00:26:45: draußen im Hof sieht Vlad seinen jüngeren Bruder lange an.
00:26:50: pack deine Sachen, du reitest mit mir.
00:26:54: Und was soll ich dort?
00:26:56: Es ist unser Land, es sind die Mörder unseres Vaters.
00:27:00: Es war Vatersland.
00:27:01: Dort drüben bin ich der Junge den sie vor sechs Jahren weggeschleppt haben.
00:27:05: Hier am Hof hab ich eine Zukunft.
00:27:08: Sie haben Mircali bändig begraben, Ladoo!
00:27:12: Ja ... Und wie lange glaubst du, wirst Du auf diesem Thron sitzen?
00:27:16: Wenn Du mit einer osmanischen Armee dort einmarschierst?
00:27:19: Die Bojarin werden Dich hassen.
00:27:22: Ich bleibe Dann bleib und lerne weiter lächeln.
00:27:33: Am nächsten Morgen reitet der siebzehnjährige Vlad nach Norden Im Rücken eine Osmanische Reitertruppe vor sich die Kronen der Wallachai.
00:27:43: Beschützt ausgerechnet von den Männern, die ihn jahrelang gefangen hielten.
00:27:48: Rado bleibt zurück am Hof des Sultans.
00:27:54: Die zwei Brüder werden sich erst viele Jahre später wiedersehen – nicht als Familie sondern als Generäle auf verschiedenen Seiten eines blutigen Krieges.
00:28:13: Im Herbst, fourteenhundert und vierzig sechs Jahren nachdem man ihn als Geisel weggeschleppt hat kehrt Vlad als Fürst in seine Heimat zurück.
00:28:24: Doch seine Regentschaft hält nur wenige Wochen, dann steht das Ungarische her im Land und mit ihm sein Konkurrent auf den Thron Wladislav – der Mann, der den Mord an Vlads Vater angeordnet haben soll!
00:28:39: Vlad muss erneut um sein Leben rennen?
00:28:42: Es folgen acht lange Jahre auf der Flucht.
00:28:45: Er schläft in den Burgen wechselnder Verbündeter und muss mit ansehen, wie ein Gastgeber nach dem anderen ermordet wird.
00:28:53: Es sind acht Jahre die den jungen Mann endgültig formen – in denen er eine einzige eiskalte Lektion lernt!
00:29:02: Niemand wird dich beschützen.
00:29:05: Niemand ist dein Freund Und Macht behältst du allein wenn du schneller und grausamer bist als alle Anderen.
00:29:29: Ostern, fourzehnhundert-siebenundfünfzig.
00:29:33: Am Palast von Turgowischte – seinem Palast!
00:29:37: Seit dem vergangenen Sommer sitzt er inzwischen sechsundzwanzigjährige Vlad als Wlad der Dritte genannt Draguléa, der Sohn des Drachen wieder auf den Thron der Valachai und diesmal hatte ihn sich nicht geben lassen sondern genommen.
00:29:55: Seinen rivalen Vladi'slav hat er im Zweikampf getötet.
00:30:00: Rache für seinen Vater.
00:30:05: Die Hofkirche ist an diesem Tag feierlich geschmückt, für das Fest der Auferstehung Jesu.
00:30:11: Doch abseits davon steht der Fürst seit dem Morgengrauen auf einem tristen Feld.
00:30:16: Zwei Gefolgsleute graben im Schlamm.
00:30:20: Irgendwo hier soll sein älterer Bruder Mircza begraben liegen – namenlos und ohne Kreuz.
00:30:34: Wir haben ihn gefunden!
00:30:37: Hebt den Sack heraus Mein Fürst, nach zehn Jahren in der Erde ... Öffnet ihn.
00:30:44: Aber mein Fürst wie ihr wünscht gesicht und seinen Schrei erstickt?
00:31:04: Wie man es sich erzählt hat.
00:31:07: Zehn Jahre lang habe ich gehofft dass das nicht wahr ist.
00:31:19: Einige Stunden später im Festsaal der Burg Vlad hat die einflussreichsten Bojarenfamilien des Landes zum gemeinsamen Osterfest mal geladen Ein Fest der Versöhnung.
00:31:32: So glauben sie!
00:31:34: Sie sind in ihren feinsten Gewändern gekommen, zusammen mit ihren Frauen und Kindern.
00:31:55: First wir feiern Ostern mit euch.
00:31:59: Wir sind gekommen um euch die Treue zu erneuern.
00:32:04: Zehn Jahre lang habe ich mir vorgestellt was ich sagen würde wenn dieser Moment kommt.
00:32:10: Jetzt ist er da Und ich merke Ich habe euch nichts mehr zu sagen.
00:32:18: Ich war damals nicht dabei.
00:32:20: Ich habe eurem Vater nicht geschafft... Das werden wir noch klären, später!
00:32:27: Ihr alle Die Familien der Bojaren haben vor zehn Jahren gelernt was mit einem Fürsten passiert ist.
00:32:35: wagt euch zu vertrauen.
00:32:37: Heute lernt ihr was mit denen passiert die sich an ihm vergangen haben.
00:32:56: Noch während des Osterfests werden im Schlosshof die Pfähle vorbereitet Die Spitzen bewusst stumpf geschnitzt, damit das Aufspießen nicht sofort tödlich ist und der Tod nicht zu schnell kommt.
00:33:09: Rund zweihundert Bojahren und ihre Familien werden festgesetzt.
00:33:14: Die Älteren, die vor zehn Jahren tatsächlich am Fahrrad beteiligt waren, werden lebend aufgespießt.
00:33:21: Die Pferle danach aufgerichtet – einer nach dem anderen.
00:33:25: Die Pfälungen finden direkt unter den Fenstern des Fürstlichen Thoms von Turgowischte statt.
00:33:31: Vlad kann sie beobachten, während er auf seinem Thron sitzt.
00:33:36: Die Jüngeren – Söhne, Töchter und Ehefrauen – zu jung um damals Selbsttäter gewesen zu sein treibt man stattdessen achtzig Kilometer weit zur Ruine der Burg Pohnadi hoch über dem Argestal.
00:33:50: Sie sollen die zerfallene Festung mit bloßen Händen wiederaufbauen Stein für Stein bis ihre feine Festtagskleidung nach und nach in Fetzen von ihren Körpern fallen.
00:34:02: An diesem Ostertag wird aus dem Fürsten der Wallachai, der gefürchtetste Herrscher seiner Zeit.
00:34:17: Was wie reine Grausamkeit wirkt ist zugleich eiskalte hocheffiziente Politik.
00:34:24: Vlad nutzt Terror als Inszenierung nicht nur als Strafe – die Wirkung ist durchschlagend!
00:34:32: Innerhalb weniger Jahre entsteht in der Wallachai eine Gesetzestreue, die es vorher nie gegeben hat.
00:34:40: Kaufleute jener Zeit berichten übereinstimmend dass sie in der wallachai sicherer reisen konnten als in jedem anderen Nachbarland.
00:34:48: Sie erzählen sich damals das Vlad einen goldenen Becher an einem belebten Brunnen aufgestellt haben soll zugänglich für jeden durstigen Reisenden.
00:34:59: Er soll dort während seiner gesamten Regierungszeit unangetastet gewesen sein.
00:35:04: Nicht aus Ehrlichkeit der Menschen, sondern aus nackter Angst vor dem Pfahl!
00:35:10: Eine andere Geschichte erzählt von einem reisenden Kaufmann, dem über Nacht eine hohe Summe Goldmünzen gestohlen wird.
00:35:18: Als der Mann verzweifelt zu Vlad-Eild riegelt der Fürst der Legende nach die Stadt ab und droht das gesamte Viertel niederzubrennen falls das Gold nicht auftaucht.
00:35:29: Noch in der selben Nacht fassen seine Wachen den Dieb.
00:35:33: Doch bevor Vlad dem Kaufmann den Beutel zurückgibt, lässt er heimlich exakt eine zusätzliche Goldmünze hineinlegen – als Test ob der Händler ehrlich genug ist die eine Münze zurückzubringen?
00:35:47: Wenn nicht dann droht auch ihm der Pfahl!
00:35:55: Die Jahre nach, verzehnhundert-siebenundfünfzig nutzt Vlad um sein Fürstentum militärisch auszubauen und uneinnehmbar zu machen.
00:36:05: Ponardi die Festung die er von den Bojaren wieder aufbauen lässt wird zu einem sicheren Rückzugsort.
00:36:11: Handelsrouten sind etabliert, die Verwaltung neu geordnet.
00:36:16: Vierzehn hundertneunundfünftig erwähnt eine Urkunde erstmals eine kleine Festung als Fürstlichen Sitz.
00:36:24: Der erste schriftliche Beleg für einen Ort, der später Bucharest heißen wird.
00:36:29: Heute Rumäniens Hauptstadt mit über zwei Millionen Einwohnern.
00:36:35: Gegenüber dem Sultan bleibt Vlad zunächst vorsichtig.
00:36:39: Er zahlt weiter den jährlichen Tribut in Silber.
00:36:43: Es ist das Schutzgeld an die Weltmacht, der er einst seine Krone verdankte.
00:36:49: Doch knapp drei Jahre nach der Thronbesteigung stellt er die Zahlungen schlagartig ein.
00:36:55: Sultan Mehmet schickt Diplomaten in Vlazpalast, um den Tribut einzufordern – doch als diese sich weigern ihre Turbane abzunehmen, lässt Vlad sie ihnen auf die Köpfe nageln!
00:37:07: Ein Fürst, der im eigenen Land den Pfahl als Gesetz etabliert hat will sich auch vor keinem Sultan mehr beugen.
00:37:16: Es ist nicht mehr die Frage ob der Krieg kommt Sondern nur noch wann.
00:37:34: Dezember, fourteenhundertsechzig am Nordufer der Donau.
00:37:40: Seit drei Jahren hat Vlad keinen einzigen Cent-Tribut mehr nach Istanbul geschickt.
00:37:47: Nun ist ein hochrangiger General des Sulthans an die Grenze gereist.
00:37:51: er bringt eine Einladung nach Konstantinopel um den Streit beizulegen.
00:37:57: Vlad hat zugesagt.
00:37:58: Mit einem kleinen Gefolge ist er zum Flussübergang geritten, wo er abgeholt werden soll.
00:38:05: Der Gesandte des Sultans nähert sich im Schnee!
00:38:11: Die Fähre liegt bereit, Fürst.
00:38:14: Drüben erwartet euch einer Escorte Wie groß?
00:38:19: Angemessen.
00:38:20: Angemessen... Mein Vater hat das selbe Wort gehört bevor er festgenommen wurde.
00:38:28: Der Sultan wünscht ein Gespräch mehr nicht.
00:38:32: Der Tribut ist drei Jahre offen, dazu die Knaben.
00:38:36: Solche Dinge klärt man nicht über Booten?
00:38:39: Das ist wahr!
00:38:42: Dann sagt mir eins... Wie viele Reiter habt ihr drüben im Schilf
00:38:47: versteckt?!
00:38:49: Ich verstehe nichts wovon.
00:38:50: ich habe sechs Jahre an eurem Hof gelebt.
00:38:54: Ich habe dort gelernt wie eine Einladung klingt, die eine Hinrichtung isst.
00:39:00: Wenn ihr jetzt nicht übersetzt, wird der Sultan das als Kriegserklärung verstehen.
00:39:06: Ihr seid hergekommen um mich über diesen Fluss zu locken und auf der anderen Seite warten eure Männer um mich in Ketten nach Konstantinopel zu scharfen.
00:39:15: Sagt mir wo ist da noch etwas zu brechen?
00:39:20: Vlad schaut hinter sich und gibt ein Zeichen.
00:39:24: aus dem Dunkel der Schatten lösen sich Vlads Männer dutzend.
00:39:30: Ihr seid nicht mit kleinem Gefolge gekommen?
00:39:34: Nein.
00:39:36: Ich bin ein Gesandter des Sultans!
00:39:39: Das seid ihr und ich war einmal sein Pfand, der Hinterhalt des Sultanz schlägt fehl.
00:39:49: Der General und seine Männer werden nach Turgowischte geschleppt um dort gefehlt.
00:39:54: Der general auf dem höchsten Fall seiner Rangordnung entsprechend.
00:40:11: was folgt ist kein Aufstand eines Fürsten sondern ein echter Feldzug.
00:40:18: Im Januar fourteenhundertzechzig führt Vlad sein Reiter über die zugefrorene Donau, tief in Osmanisch besetztes Gebiet.
00:40:28: Hinter seinen Truppen bleiben verbrannte Dörfer zurück, verseuchte Brunnen, freigelassene Schwerverbrecher, die man den nachrückenden osmanischen Verbänden entgegenschickt.
00:40:38: Vor der osmanischen Festung Georgiu reitet Vlad selbst voraus, ruft in fließendem türkisch zur Mauer hinauf und gibt sich als Osmanischer Offizier aus.
00:40:49: Das Tor öffnet sich ohne Zögern!
00:40:52: Was die sechs Jahre am Hof des Sultans ihn gelehrt haben kostet an diesem Abend eine ganze Garnison das Leben.
00:41:01: Am elften Februar, fourteenhundertzeigundsechzig schreibt Vlad einen Brief an Matthias Corvinus Den König von Ungarn, den Sohn Jenes Feldherrn Honyadi der einst seinen Vater fallen ließ.
00:41:15: Wer mit dem Sultan bricht braucht einen christlichen Verbündeten und Vlad hat nur diesen einen!
00:41:23: Der Brief ist Bewerbung-und Blutrechnung zugleich.
00:41:28: Er schreibt darin?
00:41:30: Über dreiundzwanzigtausend Türken und Untertanen des Sultans haben wir getötet Ohne jene, die wir in ihren eigenen Häusern verbrannt haben.
00:41:39: Als Beweis schicke ich euch die abgeschnittenen Nasen der Offiziere.
00:41:45: Vlad werbt mit den Feinden, die er getötet hat – über Dreiundzwanzigtausend!
00:41:51: Es ist eine Zahl, die Eindruck machen soll und sie macht Eindruck vor allem beim Sultan im Konstantinopel.
00:42:02: Für Sultan Mehmet II steht dabei mehr auf dem Spiel als Verletzter Stolz.
00:42:08: Die Wallachei ist kein erobertes Land, sondern ein Wasall.
00:42:12: Sie behält ihren eigenen Fürsten, zahlt dafür aber Tribut und Gehorsam.
00:42:18: Bleibt Wlazbruch ungestraft?
00:42:20: wird Er zum Vorbild!
00:42:22: Jeder andere Wasallenfürst auf dem Balkan würde sich fragen wie weit er selbst gehen kann.
00:42:29: Mehmet beendet seinen Feldzug, auf dem er sich im Osten der Türkei befindet.
00:42:34: Stattdessen stellt er das Größte her zusammen, dass er je gegen einen einzelnen Vasallen geführt hat.
00:42:41: Er zieht direkt in Richtung Valachai!
00:42:45: Wie groß das Osmanische Her wirklich ist – darüber sind sich Zeitgenossen uneinig.
00:42:51: Schätzungen reichen von sechzigtausend bis einhunderttausender Mann.
00:42:56: Sicher ist nur, Vlad hat demnur einige tausendeigene Reiter entgegenzusetzen.
00:43:02: Auch Hilfe aus dem Westen kann Vlad diesmal nicht erwarten.
00:43:06: Der letzte große Kreuzzug gegen die Osmanen ist, bei Warnar, gescheitert.
00:43:12: Seither wagt kein christliches Bündnis mehr einen offenen Angriff und Büzanz – eins.
00:43:20: das letzte Bullwerk gegen die osmanische Expansion gibt es seit, nicht mehr.
00:43:27: Erobert von genau dem Mann der jetzt gegen Vlad zieht.
00:43:31: Gegen dieses Her ist Vlad also nicht nur zahlenmäßig, sondern auch politisch ganz auf sich allein gestellt.
00:43:40: Der Sultan marschiert zudem persönlich mit.
00:43:43: Zum ersten Mal in seinem Leben steht Vlad dem Mann, in dessen Reich er als Kind aufgewachsen ist – Auf Augenhöhe gegenüber!
00:43:52: Aus dem Kinderzimmer ist ein Schlachtfeld geworden.
00:44:15: Das Osmanische Feldlager südlich von Turgoviste.
00:44:20: zum siebzehnten Juni, verzehnhundertsechzig.
00:44:24: Mit einigen Tausend Reitern dringt Vlad in ein Lager ein das um ein Vielfaches größer ist als seine eigene Streitmacht mit einem einzigen Ziel den Sultan selbst mitten in seinem eigenen Her.
00:44:41: Zelt-Schnüre reißen unter Pferderufen.
00:44:44: Männer stolpern halb angezogen aus ihren Zelten direkt in die Klingen.
00:44:49: Fackeln werfen wildtanzende Schatten über endlose Zeltdächer.
00:44:54: In der Dunkelheit kann bald niemand mehr Freund von Feind unterscheiden, ganze Osmanische Verbände schlagen im Chaos aufeinander ein, weil sie sich gegenseitig für den Angreifer halten?
00:45:07: Blatt wendet sich an einen Reiter neben sich!
00:45:11: Wo ist das Zelt des
00:45:12: Sultans?!
00:45:13: Ich dachte, hier sind nur die Leibwachen nicht der Sultan!
00:45:19: Zwischen tausenden identischen Zelten hat der Vorstoß das falsche Ziel getroffen, die Leibwachen statt den Sultan.
00:45:28: Von irgendwo weiter im Lager formieren sich bereits die ersten geordneten Reihen der Elite-Truppen – der Janitscharen!
00:45:35: Das Überraschungsmoment beginnt zu kippen ... Vlad schaut sich um... Wie weit ist es zum nächsten Zeltring?
00:45:44: Zu
00:45:44: weit?!
00:45:44: Sie formieren sie bereit?
00:45:46: Dann ziehen wir uns zurück bevor sie merken wie wenige wir wirklich sind.
00:45:50: Und wenn wir es noch einmal versuchen, jetzt?
00:45:52: Solange das Lager in Aufruhr ist.
00:45:55: Nein!
00:45:55: Ein zweiter Versuch heute Nacht ist kein Angriff mehr.
00:45:58: Das ist
00:45:58: Selbstmord.".
00:46:03: Ein zeitgenössischer Schriftsteller notiert später die Erzählung eines valachischen Veteranen.
00:46:09: Vlad sei wie ein Blitz in jede Richtung geritten und habe großes Gemetzel angerichtet ohne dabei viele eigene Männer zu verliern.
00:46:20: Auf Osmanischer Seite sollen je nach Chronist zehntausend bis fünfzehntausend tote sein.
00:46:27: Doch der eine Schlag, auf den alles ausgerichtet war bleibt aus!
00:46:32: Der Überlieferung nach verliert der Sultan selbst kurz die Nerven und flieht aus dem eigenen Lager bevor ihn seine eigenen Offiziere zurückholen.
00:46:42: Die Chance auf den entscheidenden Schlag ist für diese Nacht vorbei Aber Vlad hinterlässt noch eine andere Botschaft.
00:46:57: Tage später erreichen die osmanischen Reitergruppen den Ort des Schreckens.
00:47:03: Selbst die hartgesottensten unter ihnen werden den Anblick nie wieder vergessen, tausende Pfähle dicht an dicht in einem exakten Halbkreis – die sterblichen Überreste von schätzungsweise zwanzigtausend osmanischem Gefangenen!
00:47:20: Der sogenannte Wald der Gepfälten von Vlad gezielt als psychologische Waffe inszeniert damit die Osmanischen Reiter ihn sehen und dem Rest des Heeres davon erzählen.
00:47:33: Der Überlieferung nach findet selbst Mehmet II.
00:47:36: angesichts dieses Bildes nur noch ein Wort für seinen Gegner, dass sein Mann, der zu so etwas fähig sei, sein Reich auch verdient habe.
00:47:45: Es ist der Name seines Vaters nur um eine Silbe erweitert, der ihm von diesem Tag an anhaftet.
00:47:53: Drakuläer – Sohn des Drakul nur dass die Bedeutung heute eine andere ist.
00:48:00: Nicht mehr der Drache, der für die Christenheit in den Krieg zieht sondern der Teufel, der ein ganzes Heer zur Umkehr zwingt!
00:48:14: Der Sultan lässt sein Lager von nun an jede Nacht verschanzen aus Angst vor einem zweiten Nachtangriff.
00:48:21: Dann befiehlt er endgültig den Rückzug mit an die zweihunderttausend erbeuteten Rindern und Pferden im Schlepptau aber ohne den einen Kopf den er eigentlich wollte.
00:48:33: Vlad
00:48:34: III.,
00:48:34: Filz der Wallachai, hat gegen jede Wahrscheinlichkeit ein Weltreich zum Rückzug gezwungen.
00:48:41: Doch der Sieg hat einen Preis, den er selbst noch nicht kennt.
00:48:47: Sein eigener Bruder Rado ist längst kein Gefangener mehr sondern inzwischen zum Islam konvertiert und einer der engsten Vertrauten Mehmet selbst mit eigenem Kommando über tausende Osmanische Reiter.
00:49:02: Zwei Brüder werden im Kampf um den Thron in einen Krieg ziehen, den sich keiner von beiden je gewünscht hat.
00:49:10: Und ausgerechnet in den Wochen, in denen sich Vlad als der Mann feiert, der einen Sultan in die Flucht geschlagen hat, bereitet man längst seinen Sturz vor!
00:49:21: Denn ein berühmter Fürst, der plötzlich so gefährlich ist wird nicht nur für den Sultan zum Problem.
00:49:28: Was wenn der nächste Angriff auf Vlad nicht mehr nur mit dem Schwert geführt wird.
00:49:42: Das war die erste Folge Gute Geschichten von Studio J über Dracula.
00:49:48: Wie die Geschichte weitergeht, Wlaz Fall seinen Tod und wie ein britischer Schriftsteller ihn vierhundert Jahre später unsterblich macht, erzählen wir euch in der nächsten Folge!
00:50:01: Wenn euch dieser Podcast gefällt gebt uns jetzt fünf Sterne und folgt gute Geschichten um die nächste Folge nicht zu verpassen.
00:50:09: Danke.
00:50:11: Wenn ihr mehr über die Geschichte von Vlad III und Dracula erfahren möchtet, empfehlen wir euch die Bücher Dracula Prince of Many Faces His Life and his Times – von Rado Florescu und Raymond T. McNally sowie In Search Of Dracula von denselben Autoren.
00:50:29: Ein Hinweis zu den Dialogen, die du gehört hast.
00:50:32: Wir wissen natürlich nicht genau was damals gesagt wurde.
00:50:36: Alle Dialoge basieren nach bestem Wissen auf unseren Recherchen.
00:50:41: Ich bin David Natham, Janis Gephardt hat diese Folge geschrieben.
00:50:47: Producerin Vanessa Neumann, Executive Producer Annika Hagemann, Janes Gepard und Sandra Strack.
00:50:55: Marketing Lucy Kieschke.
00:50:58: Das Sounddesign hat Fanny Hooder gemacht.
00:51:01: gemischt von Lukas Weidauer Gute Geschichten ist eine Studio J-Produktion im Auftrag von Podimo.
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